Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit hat die Polizei in Niederbayern und der Oberpfalz bei einer Kontrolle Fahrräder entdeckt, die vermutlich aus einem Diebstahl stammen - diesmal an der A6 in der Oberpfalz.
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Verpackte Räder in Transporter
Wie das Polizeipräsidium der Oberpfalz jetzt mitteilte, stoppten Schleierfahnder der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus am Montag bei Leuchtenberg einen Transporter mit vier Insassen, der auf der Autobahn in Richtung Tschechien unterwegs war. Im Fahrzeuginneren fanden die Polizisten verpackte Bikes: sieben Fahrräder, ein Pedelec und ein Lastenfahrrad im Gesamtwert von mehr als 10.000 Euro.
Erste Ermittlungen ergaben laut Polizei Hinweise darauf, dass die Fahrräder in Großbritannien gestohlen wurden. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Weiden wurden alle Räder sichergestellt. Gegen den 20 Jahre alten Fahrer sowie seinen Beifahrer wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche und der Hehlerei. Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden will unter anderem klären, woher die Räder genau stammen und ob es weitere Verdächtige gibt.
Großer Fund im Raum Ergolding
Es ist der zweite größere Fall dieser Art in Ostbayern in den vergangenen zwei Wochen. Ende November war bekannt geworden, dass die Polizei im Raum Landshut und Ergolding rund 80 hochwertige E-Bikes und Fahrräder aus Diebstählen sicherstellen konnte. Diese befanden sich in sechs - so wörtlich - "sehr gut versteckten Lagerplätzen", wie ein Polizeisprecher BR24 sagte.
GPS-Sender führte die Polizei zum Versteck
Die Bikes waren unter anderem auf Grünflächen in Hecken und unter Sträuchern versteckt, teilweise mit Ästen abgedeckt. Sie stammen aus den Bereichen Landshut, Ergolding und Altdorf, so der Sprecher weiter. Gefunden wurden sie durch Hinweise aus der Bevölkerung. Ein Besitzer konnte sein gestohlenes Fahrrad mit Hilfe eines GPS-Senders lokalisieren [externer Link]. Er informierte die Polizei.
Ein Großteil der aufgefundenen Zweiräder konnte bereits an die Eigentümer zurückgegeben werden. Bei 30 Fahrrädern und E-Bikes gelang dies zunächst nicht: Sie sind auf einer Internetseite der Polizei zu sehen [externer Link].
Viel Fahrradklau in Bayerns Städten
Seit Juli, so der Polizeisprecher, sei die Zahl gestohlener Fahrräder im Raum Landshut sprunghaft angestiegen. Einer der Schwerpunkte sei der Hauptbahnhof.
Zahlen des Bundeskriminalamts zufolge sind Diebstähle in vielen bayerischen Städten ein Problem: Demnach wurden zum Beispiel in München 2024 rund 5.500 Fahrräder als gestohlen gemeldet, in Nürnberg waren es knapp über 1.700. In Regensburg waren es laut der polizeilichen Kriminalstatistik knapp 950 – im Verhältnis zur Einwohnerzahl lag der Anteil mit knapp 600 Diebstählen pro 100.000 Einwohner dort also höher als in den anderen beiden Städten.
💡 Tipps zur Sicherung teurer Räder
Um eine Chance zu haben, sein Rad vielleicht einmal wiederzubekommen, wenn es gestohlen wurde, ist es wichtig, in jedem Fall Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Gut ist, wenn man dann alle Unterlagen dabei hat: also Rechnungen für das Rad und alles Zubehör sowie Rahmen- und bei E-Bikes auch Akkunummer.
Um einen Diebstahl zu erschweren, ist ein stabiles und möglichst sicheres Schloss ratsam. Beim Abschließen sollte darauf geachtet werden, dass das Schloss nicht nur durch Rahmen und Hinterrad geführt wird, sondern das Rad an einen festverankerten Gegenstand befestigt wird. Zum Beispiel an einem einbetonierten Fahrradständer. Tiefgaragen oder ein nicht verschlossener Fahrradabstellraum sind eher eine schlechte Wahl – dort haben Diebe oft sogar mehr Ruhe als in der Öffentlichkeit.
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