In dem Strafverfahren gegen einen ehemaligen Soldaten aus der Region Hof, dem mehrfache Vergewaltigung, der Besitz pornografischer Dateien – darunter auch Kinderpornografie – und illegaler Waffenbesitz zur Last gelegt wird, sind am Dienstag die Beweisaufnahme beendet und die Plädoyers in nichtöffentlicher Sitzung abgehalten worden.
Nach dem Willen der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg soll der ehemalige Bundeswehrsoldat für die Vergewaltigung von mehreren Frauen elf Jahre und sechs Monate in Haft. Zudem beantragte die Sitzungsvertreterin vor dem Landgericht Hof am Dienstag eine Sicherungsverwahrung des Angeklagten, wie das Gericht am Tag darauf mitteilte. Die Pressestelle des Landgerichts Hof teilte heute außerdem mit, dass 13 Zeuginnen und Zeugen vernommen wurden sowie sechs Sachverständige und sachverständige Zeugen angehört wurden.
Taten heimlich gefilmt und ins Internet gestellt
Laut Anklage soll der Mann aus der Region Hof die Taten, die sich von 2015 bis 2022 zugetragen haben sollen, zum Teil heimlich gefilmt und ins Internet gestellt haben. Zu den Übergriffen soll es im Landkreis Hof, im Landkreis Prignitz (Brandenburg), im Ahrtal (Rheinland-Pfalz) und in der Schweiz gekommen sein.
Verteidiger beantragen Freispruch für Soldaten
Die Verteidigung plädierte in der nicht öffentlichen Sitzung im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung von vier Frauen auf Freispruch – die Handlungen seien einvernehmlich gewesen, hieß es schon zu Prozessauftakt. Auch bezüglich des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz beantragten die Anwälte des 30-Jährigen, ihren Mandanten freizusprechen, teilte das Gericht mit.
Zu Prozessbeginn hatte der Ex-Soldat eine von sechs ihm vorgeworfenen Vergewaltigungen eingeräumt. Auch den Besitz von kinderpornografischen Inhalten sowie von Munition gab er zu, die er während seiner Tätigkeit als Ausbilder der Bundeswehr mitgenommen haben will. Zu Details hinsichtlich der Vorwürfe wollte sich der Mann nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit äußern.
Auch zum Schutz der Geschädigten hatte die Jugendkammer beschlossen, teils ohne die Öffentlichkeit zu verhandeln. Da der Mann bei einzelnen der ihm vorgeworfenen Taten rechtlich noch als Heranwachsender galt, wird das Verfahren vor einer Jugendkammer des Landgerichts verhandelt.
Ehemaliger Soldat in der Ukraine festgenommen
Der Angeklagte war in den vergangenen Jahren zunächst als Helfer in der Ukraine tätig und hatte sich nach eigenen Angaben im weiteren Verlauf einer Spezialeinsatztruppe der Ukraine im Kampf gegen Russland angeschlossen.
Seit 2017 sei er aufgrund einer einvernehmlichen Einigung nicht mehr bei der Bundeswehr, gab der 30-Jährige an. Anfang Februar wurde er in der Region Sumy im Nordosten der Ukraine festgenommen und über Polen nach Deutschland gebracht. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.
Die öffentliche Urteilsverkündung vor dem Landgericht Hof ist für kommenden Dienstag vorgesehen.
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