Ein Roboter in der Burgbad Fabrik Greding sortiert zu Badmöbeln gehörende Bretter. Die Mitarbeiter können anspruchsvollere Aufgaben übernehmen.
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Ein Roboter in der Burgbad Fabrik Greding sortiert zu Badmöbeln gehörende Bretter. Die Mitarbeiter können anspruchsvollere Aufgaben übernehmen.
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Warum ein Badmöbel-Hersteller auf Roboter setzt

Warum ein Badmöbel-Hersteller auf Roboter setzt

Acht Millionen Euro hat ein Unternehmen in Greding in die Automatisierung seiner Badmöbel-Produktion investiert. Roboter sortieren Einzelteile, Mitarbeiter übernehmen andere Aufgaben. Was die Umstellung gebracht hat.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Das Unternehmen Burgbad Badmöbel in Greding setzt in der Produktion zunehmend auf Automatisierung. Im Jahr 2025 habe man acht Millionen Euro in eine neue Halle mit Robotern investiert, so das Unternehmen. Es beschäftigt im Gredinger Ortsteil Grafenberg rund 330 Mitarbeitende.

In Zeiten von Fachkräftemangel helfe die Automatisierung, verlässlich zu produzieren, so Burgbad-CEO Stefan Sallandt. Die neuen Roboter übernehmen in Greding das Sortieren von zurechtgesägten Einzelbrettern. Damit ist das Unternehmen in Sachen Digitalisierung und Automatisierung weiter als viele andere Mittelständler in Bayern.

Wettbewerb um Fachkräfte

"Wir stehen im Wettbewerb um Fachkräfte in Konkurrenz zu den starken Wirtschaftszentren Nürnberg und Ingolstadt", so Sallandt. Weil Roboter die einfacheren Arbeiten übernähmen, könnten die Mitarbeitenden woanders eingesetzt werden. "Damit steigern wir den Output", so Werkleiter Markus Abele. Die Mitarbeitenden sähen dies positiv, weil sie sich persönlich weiterentwickeln könnten, sagt er.

Überall im Werk arbeiten Menschen, die schon viele Jahre im Unternehmen tätig sind. "Im Moment gibt es noch ein paar Kinderkrankheiten mit der neuen Technik", sagt ein Mann, der die Schränkchen vor der Packstation kontrolliert. "Das gehört zur Umstellung dazu." Er übermalt mit schwarzem Stift einen kleinen Kratzer.

Roboter sind dumm – wichtig sind die Daten

In der Fabrik werden täglich bis zu 1.000 Badmöbel hergestellt. Mehrere Produktionsschritte laufen dabei inzwischen digitalisiert und vollautomatisch ab. Aus 120 verschiedenen Oberflächen und verschiedenen Designvorschlägen können Kunden im Fachhandel ihre Badmöbel individuell zusammenstellen. Millimetergenau können Waschtische und Regale an jede Nische angepasst werden.

Jedes Maß ist möglich, denn eine Handvoll Mitarbeiter sorgt dafür, dass diese Daten direkt zu den Maschinen gelangen. Nach Auftrag sägen vollautomatische Kreissägen die Bretter in der richtigen Farbe automatisch auf Maß, Roboter montieren Schubladen. Am Ende der Produktionsstraße bauen Mitarbeitende die Schränkchen per Hand zusammen.

Unternehmen in Bayern träge bei Digitalisierung

Insgesamt gaben sich bayerische Unternehmen bei der Digitalisierung nur durchschnittliche Noten, geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor. 60 Prozent der Unternehmen sehen bei sich selbst Nachholbedarf. Seit dem Jahr 2020 haben sich diese Werte kaum verändert. "Es gibt in Sachen Digitalisierung weiter viel Luft nach oben", so die IHK-Studie vom Mai 2025. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Mit jeweils 70 Prozent seien die wichtigsten Motivatoren für Digitalisierung, Kosten zu sparen und Qualität zu verbessern. Demnach war Fachkräftemangel nur für 40 Prozent der befragten Unternehmen ein Grund für die Digitalisierung. Und was hindert Unternehmen daran, sich digital besser aufzustellen? Hier wurden vor allem drei Gründe genannt: Zeitmangel, zunehmend komplexere digitale Prozesse und hohe Kosten.

"Digitalbonus" der Bayerischen Staatsregierung

Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt mit dem sogenannten "Digitalbonus" kleine Unternehmen bei der Digitalisierung. Hierzu stehen bis Ende des Jahres 2027 Förderprogramme für IT-Sicherheit, KI und Robotik bereit, die monatlich abgerufen werden können. In den letzten Jahren konnten hier 20.000 Projekte mit 190 Millionen Euro gefördert werden. Dies habe 520 Millionen an Investitionen ausgelöst, so der Mittelstandsbericht des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.

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