Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat ihre Nobelpreis-Goldmedaille US-Präsident Donald Trump überreicht. Der US-Fernsehsender berichtete unter Berufung auf das Weiße Haus, der Präsident habe die Medaille akzeptiert. Trump beharrt seit Monaten darauf, dass er den Friedensnobelpreis verdient hätte. Vergangenes Jahr wurde aber Machado damit ausgezeichnet. Das Nobelpreis-Institut hatte schon vor Tagen klargestellt, dass ein Nobelpreis nicht weitergereicht werden könne.
Nobelpreis-Medaille für Trump als symbolische Geste
Bei einem Besuch in Washington empfing Trump Machado am Donnerstag zu einem Mittagessen im Weißen Haus unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei überreichte die Friedensnobelpreisträgerin US-dem Präsidenten ihre Medaille. Machado nannte ihre symbolische Geste eine Anerkennung für Trumps "einzigartiges Engagement für unsere Freiheit". Damit spielte sie auf die Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Januar an.
Trump bedankte sich Online bei Machado und sprach von einer "wundervollen Geste gegenseitigen Respekts". Der US-Fernsehsender Fox News berichtete unter Berufung auf das Weiße Haus, der Präsident habe die Medaille akzeptiert. Machado unterstrich im Gespräch mit dem Sender ihre Entscheidung: "Er hat es verdient", sagte sie und ergänzte: "Es war ein sehr emotionaler Moment."
Im Video: Nobelpreis - Machado übergibt Trump ihre Medaille
Friedensnobelpreisträgerin Machado im Weißen Haus
Nobel-Komitee stellt klar: Der Preis ist nicht übertragbar
Das Nobelkomitee in Oslo stellte klar, dass der Preis nach den seit rund 125 Jahren gültigen Regeln nicht weitergegeben werden kann: "Sobald ein Nobelpreis bekannt gegeben wurde, kann er weder widerrufen, geteilt noch an andere übertragen werden. Die Entscheidung ist endgültig und gilt für alle Zeiten", erklärte das Komitee.
Machado kämpft um ihre Rolle in Venezuela
Machados rechtsliberale Partei Vente Venezuela hatte nach Angaben der Opposition die Präsidentschaftswahl 2024 gewonnen. Maduro rief sich allerdings zum Sieger aus, was die USA und zahlreiche weitere Staaten scharf kritisierten. Nun kämpft sie um ihre künftige Rolle in Venezuela.
Trump hatte Anfang des Jahres den autoritären Machthaber Nicolás Maduro und dessen Frau mit Militärgewalt in Gewahrsam nehmen und in die USA bringen lassen. Dort wird ihnen Drogenschmuggel vorgeworfen. Die USA setzen seitdem auf Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die den Spitzenposten übernahm. Trump telefonierte vor der Begegnung mit Machado mit Rodríguez und nannte sie danach "fantastisch". Bisher sagte Trump im Bezug auf Machado, sie habe nicht den nötigen Rückhalt und Respekt in Venezuela, um das Land zu führen.
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