09.01.2026, Iran, Teheran: Dieser Ausschnitt aus Aufnahmen, die in den sozialen Medien kursieren, zeigt Demonstranten, die um ein Lagerfeuer herum tanzen und jubeln, während sie trotz der zunehmenden Razzien auf die Straße gehen.
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09.01.2026, Iran, Teheran: Dieser Ausschnitt aus Aufnahmen, die in den sozialen Medien kursieren, zeigt Demonstranten, die um ein Lagerfeuer herum tanzen und jubeln, während sie trotz der zunehmenden Razzien auf die Straße gehen.
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Proteste im Iran – Steht das Regime am Abgrund?

Proteste im Iran – Steht das Regime am Abgrund?

Der Iran erlebt aktuell die schwersten Proteste seit Jahren. Das Regime geht mit brutaler Härte gegen die Unruhen vor. In welche Zukunft steuert das Land?

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Die Massenproteste im Iran setzen die Führung zwei Wochen nach Beginn der landesweiten Demonstrationen weiter unter Druck. Die autoritäre Staatsmacht reagiert mit aller Härte. Zugleich mehren sich Hinweise auf diplomatische Initiativen. "Der Iran will verhandeln", sagte US-Präsident Donald Trump, der Teheran zuvor mit Einmischung gedroht und den Demonstrierenden seine Unterstützung zugesagt hatte. Man werde sich möglicherweise mit Vertretern Teherans treffen, ein entsprechendes Gespräch werde vorbereitet, sagte der US-Präsident an Bord der Air Force One. Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln. Worüber der Iran mit den USA Gespräche führen möchte, führte Trump nicht aus. 

Wie geht es jetzt für den Iran weiter? Darüber haben wir mit dem ARD-Korrespondenten Uwe Lueb sowie mit der BR-Journalistin und Deutsch-Iranerin Shahrzad Eden Osterer gesprochen. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Millionen Iranerinnen und Iraner in großer Sorge

Millionen Iranerinnen und Iraner – auch viele Menschen im ausländischen Exil – sind angesichts des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen die Proteste in großer Sorge um Familie und Freunde. Durch Internetsperren und eine Telefonblockade will die iranische Führung die Kommunikation zwischen den Demonstranten erschweren. Außerdem soll so die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Massenproteste unterdrückt werden.

Seit Donnerstagabend ist das Internet gekappt

Nachdem die Unruhen in den vergangenen Nächten eskaliert waren, mobilisierte die Regierung am Montag ihre Anhänger zu Kundgebungen in mehreren Städten. Wie Bilder im staatlichen Fernsehen zeigten, versammelte sich eine große Menschenmenge auf dem Revolutionsplatz im Zentrum Teherans, zahlreiche Menschen schwenkten die Flagge der Islamischen Republik und gedachten der Sicherheitskräfte, die bei den seit Ende Dezember anhaltenden regierungskritischen Protesten getötet worden sein sollen. Medienberichten zufolge fanden ähnliche Kundgebungen auch in anderen iranischen Städten statt.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte zuvor zu Demonstrationen gegen die von der Regierung als "Unruhen" bezeichneten Proteste aufgerufen. Iran wirft den USA und Israel Einflussnahme auf die Proteste vor.

Seit Donnerstag kein Internet mehr

Seit Donnerstagabend ist der Zugang zum Internet gekappt. US-Präsident Trump erwägt nach eigenen Angaben, die Demonstranten mit Satelliteninternet zu unterstützen. Dazu kündigte er ein Gespräch mit Tech-Milliardär Elon Musk an, dessen Firma SpaceX den Dienst Starlink betreibt.

Die Proteste im Iran hatten vor zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung aus. Nach Angaben der Organisation Iran Human Rights wurden bis Sonntag mindestens 192 Menschen bei den Protesten getötet. Unbestätigte Berichte deuteten aber auf eine deutlich höhere Opferzahl hin.

Mit Informationen von dpa und AFP

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