Deutsche Gebirgsjäger beim Arktis-Training in Norwegen
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Reservisten-Chef fordert Bundeswehr-Stationierung auf Grönland

Reservisten-Chef fordert Bundeswehr-Stationierung auf Grönland

Um eine Übernahme Grönlands durch die USA zu verhindern, fordert der Präsident des Bundeswehr-Reservistenverbands, Patrick Sensburg, die Stationierung deutscher Soldaten auf der Insel. Europa müsse unter dänischer Führung "stärker Präsenz zeigen".

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Nachdem US-Präsident Donald Trump wiederholt Ansprüche der USA auf Grönland geltend gemacht hat, fordert der Präsident des Verbands der Reservisten der Bundeswehr, Patrick Sensburg, jetzt die Stationierung deutscher Soldaten auf Grönland. Insgesamt müsse Europa "viel stärker Präsenz zeigen", sagte Sensburg der "Bild"-Zeitung (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt).

Reservisten-Chef: "Müssen davon ausgehen, das Trump Ernst macht"

"Wir müssen davon ausgehen, dass US-Präsident Trump mit Grönland Ernst macht", sagte Sensburg. Daher müsse man "in kurzer Zeit mindestens eine europäische Brigade unter der Führung von Dänemark" dorthin verlegen. "Auch Deutschland wird hier besonders in der Pflicht stehen", fügte er hinzu.

Sensburg denkt an Bundeswehr-Ausbildung auf Grönland

Sensburg zufolge bietet eine solche Verlegung auch ganz neue Möglichkeiten für die Bundeswehr. "Das birgt auch Chancen: Wir könnten neben der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald auch in Grönland trainieren und ausbilden", erklärte der Verbandschef, der damit deutlich machte, dass er an eine dauerhafte Stationierung auf der größten Insel der Welt denkt.

Zudem wäre laut Sensburg ein Engagement europäischer Truppen auch geostrategisch und psychologisch sinnvoll: "Das wird Europa stärker zusammenschweißen."

Merz plädiert für eine Lösung im Rahmen der Nato

Die Äußerungen des Präsidenten des Reservistenverbandes laufen in ihrer Diktion darauf hinaus, dass die Europäer einer wie auch immer gearteten Vereinnahmung Grönlands durch die USA durch Truppenverlegungen zuvorkommen müssten. Damit weichen sie von allem ab, was Bundesaußenminister Johann Wadephul und Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) bisher zu den Gebietsansprüchen der USA in Grönland geäußert haben.

Die bisherigen Aussagen des Bundeskanzlers schließen ein Engagement der Bundeswehr in Grönland nicht aus – allerdings im Rahmen der Nato und in Kooperation mit den USA. Man wolle "die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern", sagte Merz am Montag während einem Indien-Besuch. Er gehe "davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen".

Man spreche "innerhalb der Nato über Grönland" und teile "die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss", fügte der Kanzler hinzu: "Ich hoffe, dass wir da zu einer einvernehmlichen Lösung innerhalb der Nato kommen."

Wadephul betont "gemeinsames Interesse" mit den USA

Auch nach den jüngsten Gesprächen von Außenminister Wadephul in Washington setzt die Bundesregierung offenbar auf eine einvernehmliche Lösung. Nach dem Treffen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio erklärte Wadephul, er begrüße sehr, dass es in dieser Woche Gespräche zwischen der dänischen Regierung und der US-Regierung über Grönland geben werde. Er habe "keinen Zweifel, dass dies in einem freundschaftlichen und partnerschaftlichen Rahmen geschehen wird".

Wadephul machte deutlich, dass er nicht mit einer US-Militäraktion zur Annexion Grönlands rechnet. "Ich habe keinen Anhaltspunkt dafür, dass das ernsthaft erwogen wird", sagte der Außenminister vor Journalisten. Er denke, "dass es ein gemeinsames Interesse gibt, dass wir uns um die Sicherheitsfragen, die im arktischen Raum auftreten, kümmern sollten und kümmern werden".

US-Regierung bekräftigt Ansprüche

Merz und Wadephul gingen nicht ausdrücklich auf die Drohungen von Trump ein, die Insel auch gegen den Willen der Grönländer und Dänemarks zu kaufen oder zu annektieren. US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt bekräftigte dazu am Montag nochmals, Trump habe erklärt, die USA wollten Grönland kaufen, da er befürchte, dass es anderenfalls von China oder Russland erworben oder sogar feindlich übernommen würde.

Eine solche Entwicklung wäre weder für die USA noch für Europa oder Grönland selbst von Vorteil, betonte Leavitt. Es liege "nicht nur im besten Interesse der Vereinigten Staaten, sondern möglicherweise auch im besten Interesse Grönlands, Teil der Vereinigten Staaten zu werden", meinte sie. 

Mit Informationen von Reuters und dpa

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