04.01.2026, Venezuela, Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Action-Figur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolas Maduro gefordert wird, nachdem die US-Streitkräfte ihn gefangen genommen und in die Vereinigten Staaten geflogen haben. Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
04.01.2026, Venezuela, Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Action-Figur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolas Maduro gefordert wird, nachdem die US-Streitkräfte ihn gefangen genommen und in die Vereinigten Staaten geflogen haben. Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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US-Angriffe auf Venezuela - Protest in Caracas
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Venezuelas neue Regierung bereit zu Kooperation mit USA

Venezuelas neue Regierung bereit zu Kooperation mit USA

Nach der Festnahme von Präsident Maduro gab sich seine Nachfolgerin zunächst unversöhnlich. Jetzt scheint Rodríguez Washington die Hand auszustrecken. Die Zukunft Venezuelas ist aber noch immer ungewiss. Die aktuellen Entwicklungen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Die venezolanische Vizepräsidentin und vorübergehende Staatschefin Delcy Rodríguez ist bereit für eine Zusammenarbeit mit den USA. Nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Ergreifung des Präsidenten Nicolás Maduro zeigte sie sich versöhnlich und erklärte, sie strebe "respektvolle Beziehungen" mit der US-Regierung an.

Rodríguez zeigt sich versöhnlich

"Wir laden die Regierung der Vereinigten Staaten ein, gemeinsam an einer Agenda der Kooperation zu arbeiten, die auf gemeinsame Entwicklung ausgerichtet ist und im Rahmen des Völkerrechts ein dauerhaftes Zusammenleben in der Gemeinschaft stärkt", hieß es in einer auf Instagram veröffentlichten Mitteilung.

Nachdem Rodríguez am Wochenende zunächst Reden gehalten hatte, in denen sie der Regierung von US-Präsident Donald Trump die Stirn bot, markiert ihre englischsprachige Erklärung auf ihrem Instagram-Kanal einen deutlichen Tonwechsel.

USA beanspruchen Führungsrolle in Venezuela

Ihre Botschaft kommt kurz nachdem Trump ihr unverhohlen gedroht hatte: "Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich höher als Maduro." Offen ist, was Trump mit "richtig" meint.

Er und Außenminister Marco Rubio haben allerdings kaum Zweifel daran gelassen, dass die US-Regierung den künftigen Kurs des südamerikanischen Landes führend mitbestimmen will. Mithilfe einer bereits bestehenden Ölblockade werde man politische Veränderungen in dem Land herbeiführen, so Rubio. Es gehe darum, dass die riesigen Ölreserven Venezuelas nicht weiter unter der Kontrolle von Gegnern der USA stünden.

Die USA hatten in der Nacht auf Samstag Ziele in Venezuela angegriffen, Staatschef Maduro und seine Frau wegen angeblicher Drogengeschäfte gefangen genommen und außer Landes gebracht. Manche Völkerrechtler sprechen von Entführung. In New York wird Maduro heute einem Bundesgericht vorgeführt.

Wadephul verteidigt Reaktion von Merz

Unterdessen verteidigte der deutsche Außenminister ‍Johann ‌Wadephul die zurückhaltende Reaktion von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf das Vorgehen der USA. Es handele sich um eine außerordentlich komplexe Lage, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Ein Aspekt ​sei, dass "ein Machthaber jetzt abgelöst worden ist, der ein Gewaltregime der Menschenrechtsverletzungen, der die Flucht von acht Millionen Menschen, ein Fünftel der gesamten Bevölkerung, zu verantworten hat". Man sehe zudem ein starkes chinesisches, iranisches, auch russisches Engagement in der Region. "Also geopolitisch haben wir auch ein Interesse, haben die USA ein Interesse, das zurückzudrängen und darauf achtzugeben."

Zugleich gelten internationales Recht, die territoriale Unversehrtheit und ein Gewaltverbot. "Also das ist ein wirklich sehr komplexer Vorgang." Die USA müssten der Weltöffentlichkeit erklären, auf welcher rechtlichen Basis sie eingegriffen hätten.

Bei US-Angriff auf Venezuela 32 Kubaner getötet

In New York wird sich der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit dem US-Angriff auf Venezuela befassen. Bei dem Angriff sollen auch 32 kubanische Sicherheitskräfte getötet worden sein, die die Regierung Kubas nach Angaben des Präsidenten Miguel Díaz-Canel zum Schutz Maduros abgestellt hatte.

"Kuba war immer sehr abhängig von Venezuela. Von dort bekamen sie ihr Geld, und sie haben Venezuela beschützt, aber in diesem Fall hat das nicht so gut funktioniert", sagte Trump. Militärische Maßnahmen gegenüber dem wirtschaftlich geschwächten Land ziehe er jedoch nicht in Betracht. Kuba stehe ohne die wirtschaftliche Unterstützung Venezuelas kurz vor dem Zusammenbruch. "Ich glaube nicht, dass wir etwas unternehmen müssen. Es sieht so aus, als würde es (Kuba) untergehen", so der US-Präsident.

Trump droht weiteren Staaten

Anders äußerte er sich in Bezug auf Kolumbien, ein Nachbarstaat von Venezuela in Südamerika und wichtiger Produktionsstandort für Kokain. Trump sagte vor Journalisten, Kolumbien sei "sehr krank" und werde von einem "kranken Mann" regiert, der es liebe, "Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen". Das werde er "nicht mehr lange machen", sagte der US-Präsident - ohne ins Detail zu gehen.

Er erneuerte auch den bereits geäußerten Gebietsanspruch auf Grönland. "Die Insel ist umzingelt von russischen und chinesischen Schiffen, wir brauchen sie unbedingt." Grönland gehört zu Dänemark. Und die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen forderte Trump auf, mit den Drohungen gegen einen engen Verbündeten aufzuhören. Immerhin sei Dänemark wie die USA Nato-Mitglied.

Mit Informationen von dpa

Im Video: So äußert sich Trump zu Venezuela

Nach der Festnahme von Venezuelas Staatschef Maduro haben die USA bekräftigt, in dem Land mitbestimmen zu wollen.
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Nach der Festnahme von Venezuelas Staatschef Maduro haben die USA bekräftigt, in dem Land mitbestimmen zu wollen.

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