MAN Beschäftigte in Nürnberg
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MAN einigt sich mit IG Metall auf den Abbau von 2.300 Stellen

MAN einigt sich mit IG Metall auf den Abbau von 2.300 Stellen

Vor Wochen hatte MAN angekündigt, hierzulande 2.300 Stellen abzubauen, davon 1.700 in Bayern. Die Produktion in Osteuropa wird ausgebaut. Allerdings will der Konzern auch in die deutschen Standorte investieren und gibt eine Beschäftigungssicherung.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Nach intensiven und kontroversen Gesprächen zwischen MAN und IG Metall bleibt es dabei. Zahlreiche Arbeitsplätze hierzulande werden in den nächsten Jahren abgebaut und Teile der Produktion ins Ausland verlagert. Allerdings soll auch in die deutschen Werke investiert werden.

Eine Milliarde Euro für deutsche Standorte

Bis Ende 2030 will MAN rund eine Milliarde Euro für seine Werke hierzulande ausgeben. Zudem gibt es eine Beschäftigungssicherung bis 2035, die bis 2040 verlängert werden kann, wenn das Geschäft entsprechend gut läuft. Der angekündigte Stellenabbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen. Das sind die Kernpunkte des Eckpunktepapiers mit Namen MAN20230+.

Fronten zwischen beiden Seiten zeitweise verhärtet

Trotzdem war es offensichtlich ein schweres Stück Arbeit, das die Geschäftsführung und die Arbeitnehmerseite aus IG Metall und Gesamtbetriebsrat leisten mussten. Es seien sehr kontroverse Gespräche gewesen, die mehrfach vor dem Scheitern gestanden hätten, sagte Sybille Wankel von der IG Metall. Enttäuscht ist die Arbeitnehmerseite vor allem deswegen, weil MAN weiterhin Teile der Produktion von Lkw und Bussen und Investitionen in neue Fahrzeuggenerationen nach Osteuropa verlegen wird. Geplant ist unter anderem ein neues Batteriewerk im Osten. Die VW-Tochter will damit Kosten sparen, um rentabler zu werden.

MAN tritt auf die Kostenbremse

Die Ausgaben sollen bis 2028 um rund 900 Millionen Euro gesenkt werden, vor allem durch Einsparungen bei Material- und Sachkosten, aber eben auch durch diese Verlagerungen. Deshalb hält der Vorstand auch an seinem Ziel fest, insgesamt 2.300 Stellen abbauen zu wollen. 1.300 davon gehen in der Zentrale in München verloren, 600 in Salzgitter und 400 in Nürnberg. MAN-Chef Alexander Vlaskamp sprach von einem ausgewogenen Programm. Der Personalabbau soll entlang der natürlichen Fluktuation vonstattengehen - das bedeutet, wenn Babyboomer in Rente gehen, wird die Stelle nicht nachbesetzt. Das spart Kosten für Abfindungen.

Mit dem Programm "MAN2030+" begegne das Unternehmen schärferem Wettbewerb, veränderten Marktbedingungen sowie Belastungen durch den Gesetzgeber wie schärfere CO2-Vorgaben, so Vlaskamp. Es sei bedauerlich, dass MAN im gesamten Verhandlungsprozess nicht bereit gewesen sei, die Investitionsentscheidungen für Osteuropa infrage zu stellen, so das Fazit von Wankel.

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