Nach über zwei Jahren Pause durch schneearme Winter fahren seit Samstag die Lifte am Arnsberg in der unterfränkischen Rhön wieder. Matthias Adrian, Liftbetreiber am Arnsberg, sagte gegenüber dem BR: "Wir sind sehr glücklich und sehr erleichtert, weil wir auf den Winter gehofft haben – und jetzt ist er endlich gekommen. Und die Leute kommen auch, und das ist sehr schön."
- Zum Vorbericht: Skifahren in der Rhön: Letzte Chance für Arnsberglifte
Geht’s weiter mit den Arnsbergliften?
Wie viele Karten er am Wochenende verkauft habe, könne der 39-Jährige nicht einschätzen. Aber es waren ihm zufolge viele Menschen und Familien da, deutlich mehr als an einem durchschnittlichen Wochenende. Er sei mit dem Umsatz sehr zufrieden und blicke jetzt optimistisch in den Rest der Saison. Diese ist entscheidend, ob die Familie Adrian mit dem Liftbetrieb weitermachen kann oder nicht.
Denn der höhere Doppellift A2 war am 8. Dezember 2023 das letzte Mal offen, der niedriger gelegene Lift A1 sogar das letzte Mal 2022. Diese seltene Nutzung ist eine hohe finanzielle Belastung für die Familie.
Geschwindigkeit des Klimawandels spürbar
Der höchste Punkt des Skigebiets mit 9,5 Pistenkilometern liegt auf 843 Metern. Dass die Winter schneeärmer werden, sei schon lange absehbar, so Adrian, "aber dass es die letzten zehn, zwölf Jahre so rapide voranschreitet, das hätten wir nie gedacht". Den letzten schneereichen Winter gab es 2020/21, ausgerechnet als die Lifte wegen Corona geschlossen bleiben mussten.
"Eigentlich war unser Plan B immer, dass wir aufhören, wenn nichts läuft. Jetzt läuft natürlich was, es kommen auch viele Gäste. Das ermuntert uns, natürlich weiterzumachen", so Adrian weiter. Die ganze Familie hoffe, dass es jetzt genug Schnee gebe und man auch in Zukunft noch in der Rhön Skifahren könne.
Daumen drücken für mindestens zwölf Skitage
Schon seit gut zehn Jahren arbeite man im besten Fall kostendeckend. Die vergangenen drei bis vier Jahre habe man nur noch draufgelegt, sagt Adrian. Die jährlichen Ausgaben, schätzt er, liegen im fünfstelligen Bereich, vor allem die Versicherungskosten würden immer teurer. Stemmen kann die Familie den Liftbetrieb nur, weil sie hauptberuflich einen Campingplatz betreibt.
Im Frühjahr stehen nun teure TÜV-Prüfungen an. Ob diese Investition überhaupt noch infrage kommt, hängt von diesem Winter ab. Dafür bräuchte das Skigebiet laut dem Liftbetreiber etwa zwölf Skitage.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!
