Die Nadel zur Blutspende ist gesetzt und Blut fließt in den Schlauch bei einer Blutspende in Groß-Gerau am 13.01.2026.
Die Nadel zur Blutspende ist gesetzt und Blut fließt in den Schlauch bei einer Blutspende in Groß-Gerau am 13.01.2026.
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Das Rote Kreuz hat vor wenigen Tagen bundesweit einen akuten Versorgungsengpass für Blutkonserven gemeldet. In Bayern sieht die Lage besser aus.
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Das Rote Kreuz hat vor wenigen Tagen bundesweit einen akuten Versorgungsengpass für Blutkonserven gemeldet. In Bayern sieht die Lage besser aus.

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Blutkonserven-Engpass in Deutschland - Bayern noch gut versorgt

Blutkonserven-Engpass in Deutschland - Bayern noch gut versorgt

Zu wenig Blut für Operationen: Das Rote Kreuz hat vor wenigen Tagen bundesweit einen akuten Versorgungsengpass mit Blutkonserven gemeldet. Gründe sind das Winterwetter und die Grippewelle. In Bayern sieht die Lage allerdings besser aus.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Bayern am .

Angesichts eines akuten Versorgungsengpasses in Deutschland ruft das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zu Blutspenden auf. Zum Jahreswechsel seien wetterbedingt viele Blutspendetermine ausgefallen, sagte der Sprecher der bundesweiten DRK-Blutspendedienste, Stephan David Küpper, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Ratingen. Zudem habe eine ausgeprägte Grippe- und Erkältungswelle viele Menschen am Blutspenden gehindert.

Die Vorräte reichten nur noch für eineinhalb Tage; üblich seien sonst vier bis fünf Versorgungstage. Blutpräparate seien nur begrenzt haltbar und könnten nicht auf Vorrat produziert werden, so Küpper. Die vielen Feiertage zum Jahresende hätten die Lage so schwierig gemacht: "Blutspenden lassen sich nicht aufschieben - was heute nicht gespendet wird, fehlt morgen in den Kliniken." Die Situation sei ernst. "Krankenhäuser benötigen täglich Blut für Operationen, Notfälle, Krebstherapien und die Behandlung chronisch kranker Menschen", so Küpper.

Bayern braucht 2.000 Blutkonserven pro Tag

Der Versorgungsengpass betrifft allerdings nicht Bayern, sondern in erster Linie Norddeutschland. Zwar merke man auch in Bayern die Feiertage sowie die Grippewelle, so Patric Nohe, der Sprecher der DRK-Blutspendedienste Bayern am Freitag zum BR, aber die Lage im Freistaat sei deutlich besser als im restlichen Deutschland. Nohe vermutet, dass das auch an den Wetterkapriolen liegen könnte, die in Bayern weniger intensiv waren als in anderen Teilen Deutschlands, in denen es deshalb mehr witterungsbedingte Terminausfälle für das Sammeln der Blutspenden gab.

Generell gelinge die Versorgung nur, weil die Blutspendetermine gut ausgelastet seien. Bundesweit spenden in Deutschland rund 3,5 Prozent der theoretisch spendefähigen Menschen regelmäßig Blut, in Bayern ist der Anteil der Blutspender an der Gesamtbevölkerung mit sechs Prozent fast doppelt so hoch. Frauen dürfen bis zu vier Mal, Männer bis zu sechs Mal pro Jahr spenden. Rund 2.000 Blutkonserven werden jeden Tag in Bayern benötigt.

Nicht jeder darf Blut spenden

Blutspenden in Deutschland unterliegen strengen Regularien. Die gesetzlichen Vorgaben für die Spenderauswahlkriterien (Transfusionsgesetz) erfolgen durch die Bundesärztekammer in Abstimmung mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und sind für die Blutspendedienste bindend. Ziel ist die maximale Sicherheit von Blutpräparaten. Deshalb dürfen potenzielle Spenderinnen und Spender in manchen Fällen kein Blut spenden oder werden mit einer Wartezeit zurückgestellt, zum Beispiel wenn sie vorher Urlaub in einem Malaria-Risikogebiet gemacht haben, frisch tätowiert sind oder bestimmte Medikamente einnehmen. Auch Vorerkrankungen, Lebensgewohnheiten und das Sexualverhalten spielen bei der Zulassung zur Blutspende eine Rolle.

So können beispielsweise gefährliche Viren durch Sexualkontakt übertragen werden und dann unerkannt im Blut zirkulieren. Experten sprechen von einer diagnostischen Fensterphase nach einer frischen Infektion, in der weder das Virus selbst noch die Antikörper dagegen ausreichend im Blut vorhanden sind, um nachgewiesen werden zu können. In dieser Phase kann das Virus aber bereits übertragen werden. Deshalb werden alle Menschen, deren sexuelles Verhalten laut Statistik ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit sich bringt, von der Blutspende zurückgestellt.

Mit Informationen der KNA.

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