Das gab es zuvor erst ein Mal: Regisseur Paul Thomas Anderson war der große Gewinner der 83. Globes-Verleihung, die am Sonntagabend in Beverly Hills (Los Angeles) über die Bühne ging. Seine Revoluzzer-Saga "One Battle After Another" wurde als bester Film in der Kategorie Komödie ausgezeichnet. Dazu bekam der 55-Jährige noch zwei Globes für das beste Drehbuch und die beste Regie. Vor ihm war das nur dem Kollegen Oliver Stone gelungen ("Born on the Fourth of July").
DiCaprio muss sich Chalamet geschlagen geben
Ebenfalls freuen durfte sich Andersons Schauspielerin Teyana Taylor, die im Film eine Linksanarchistin verkörpert und als beste Nebendarstellerin geehrt wurde. Leonardo DiCaprio jedoch, der in "One Battle After Another", einen abgehalfterten Revolutionär spielt, musste sich Timothy Chalamet geschlagen geben. Nach vier vergeblichen Nominierungen gewann der Jungstar nun endlich seinen ersten Globe als bester Hauptdarsteller (Komödie) – für seine Performance als aufstrebender Tischtennisspieler im Film "Marty Supreme".
In der Kategorie Drama hatte Schauspielkollege Wagner Moura die Nase vorn. Überzeugen konnte der Brasilianer mit seiner Rolle in dem Thriller "The Secret Agent", der auch den Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film gewann. Als beste Hauptdarstellerin wurde dagegen die Irin Jessie Buckley geehrt, die im ebenfalls ausgezeichneten Film "Hamnet" (Bestes Drama), die Ehefrau von William Shakespeare spielt.
Bei den Serien hat "Adolescence" die Nase vorn
Die australische Schauspielerin Rose Byrne bekam den Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie oder einem Musical für ihre Darbietung in der Tragikomödie "If I Had Legs I'd Kick You" von Filmemacherin Mary Bronstein. "Das ist so ein Schock", sagte Byrne in ihrer Dankesrede. "Wir haben diesen Film in 25 Tagen für ungefähr 8,50 Dollar gedreht. Vielen Dank! Das ist ja ein kleiner Film, deshalb ist es eine riesige Sache, hier oben zu stehen." Ihre Eltern hätten sich extra ein Abonnement beim Streamingdienst Paramount+ zugelegt, um die Ausstrahlung der Gala zu schauen, erzählte Byrne außerdem augenzwinkernd.
Im Serienbereich räumte vor allem "Adolescence" ab. Gleich vier Globes gingen an das vieldiskutierte Teenager-Drama um einen 13-jährigen Jungen, der seine Mitschülerin ermordet hat. Unter anderem wurde Jungschauspieler Owen Cooper als bester Nebendarsteller (Serie) ausgezeichnet. Als beste Drama-Serie wurde "The Pitt" geehrt. "The Studio" über ein altes Hollywood-Filmstudio wurde als beste Comedy-Serie ausgezeichnet.
Solidarität mit Renee Nicole Good
Die 83. Globes-Verleihung wurde live vom US-Sender CBS ausgestrahlt. Neben den begehrten Preisen standen auch die Outfits auf dem Roten Teppich im Fokus. Viele der Geladenen setzten mit kleinen modischen Details ein politisches Zeichen. Mark Ruffalo und etliche andere Stars waren auf dem roten Teppich mit einer Anstecknadel zu sehen, auf der in schwarzer Farbe auf weißem Grund die Worte "Be Good" prangten, auf anderen Anstecknadeln war "ICE out" zu lesen. Beides Anspielungen auf die Erschießung der US-Bürgerin Renee Nicole Good durch einen ICE-Beamten am vergangenen Mittwoch in Minneapolis.
Mit Informationen von dpa
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